Aufruf Solidarität mit Lula
Von 158 Millionen Wahlberechtigten wählten trotz Wahlpflicht nur 127 Millionen, d. h. für den 2. Wahlgang am 25. Oktober ist die Präsidentenfrage noch nicht entschieden.
Allerdings: Nicht nur liegt der rechtsradikale Kandidat Flávio Bolsonaro mit 47,03% knapp vor Lula von der Arbeiterpartei PT mit 45,14 %, sondern die Wahlen zum Senat bzw. Kongress brachten einen deutlichen Rechtsruck. Diese, dem rechten Lager zuzurechnenden Parteien, verfügen im Senat künftig mit 49 von 81 Sitzen über eine große Mehrheit. Sollte Bolsonaro im 2. Wahlgang gewinnen, kann er somit problemlos bei der anstehenden Besetzung des Obersten Gerichtshofs mit vier neuen Richterinnen und Richtern seine Kandidaten durchbringen und Brasilien auf viele Jahre prägen. (Die von Lula vorgeschlagenen Kandidaten lehnte der Senat im April ab).
Flávio Bolsonaro punktete mit seinem Versprechen, die Kriminalität zu
bekämpfen, aber auch eine Amnestie für seinen verurteilten Vater durchsetzen. Die Skandale, in die er verwickelt ist, wie Verbindungen zum organisierten Verbrechen und Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit dem inhaftierten Banker Daniel Vorcaro, spielten für seine Wählerschaft keine Rolle. Und die Unterstützung durch den US-Präsidenten Trump erwies sich ebenfalls nicht als Hindernis.
Lula dagegen will seinen Kurs mit Sozialprogrammen, öffentlichen Investitionen und einer stärkeren Rolle des Staates fortsetzen. Zudem pocht er auf die Souveränität Brasiliens und grenzt sich von Trump ab.
Um Flávio Bolsonaro als Präsidenten zu verhindern, bedarf es einer großen Mobilisierung, vor allem in Brasilien. Deshalb unser Aufruf an EUCH:
Fordert Eure brasilianischen Freundinnen und Freunde in Brasilien auf, am 25. Oktober zur Wahl zu gehen. Es muss verhindert werden, dass auch Brasilien einen Schritt in das Trump-Lager macht, die Abholzung Amazoniens wieder zunimmt, die Agrarlobby an Bedeutung gewinnt, die Indigenen in ihrer Lebensweise bedroht werden, kurz: Brasilien in seiner Entwicklung auf lange Zeit zurückgeworfen wird.
Verbreitet diese Zeilen, ruft zur Unterstützung Lulas auf.
Die „tatus“
