Neben dem Ausbildungsprojekt gibt es ein Rekrationsprojekt, d.h. Senioren und Jugendliche haben hier gemeinsam einen Ort der Begegnung, des Erfahrungsaustauschs und der Weitergabe von Wissen.

Es geht um die Vermittlung heilkundlichen Wissens und kunsthandwerklicher und ernährungskundlicher Fähigkeiten.
Gerade die Weitergabe solcher Fähigkeiten ist heutzutage in Gefahr: Nur selten wird dieses Wissen von der älteren an die jüngere Generation tradiert. Dieses Projekt will hierzu die Möglichkeit bieten. Da zur Zeit in Bahia der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen bietet, kann durch die Vermittlung von Fähigkeiten wie Klöppeln, Sticken etc. eine realistische Einkommensquelle geschaffen werden.

In der Begegnungsstätte gibt es Platz für 30 bis 50 Personen. Viele ältere Personen leben vereinzelt, ihre Kinder leben häufig in Rio oder São Paulo, sie kommen sich überflüssig und unnütz vor. Das Modell der Großfamilie, innerhalb derer die Eltern und Senioren von ihren Kindern und Familienangehörigen umsorgt werden, ist inzwischen auch in Brasilien obsolet geworden: Immer mehr ältere Leute leben völlig isoliert, ein Phänomen, das bisher viel zu wenig zur Kenntnis genommen wird.

Alt tirfft Jung

Nachmittags treffen sich manchmal bis zu 25 Senioren und Seniorinnen sowie 15 junge Frauen. Dieses Zentrum hat sich als Treffpunkt für Jung und Alt bewährt. Vier Jugendliche beteiligen sich ehrenamtlich an diesem Projekt und orientieren und begleiten die älteren Mitbürger und die jungen Frauen. Ärzte, Sozialhelfer und Ernährungsspezialisten halten Vorträge und antworten auf Fragen. In der Regel wird einmal im Monat ein solches „Event“ organisiert. Mit Jugendlichen tauschen die Älteren ihre Erfahrungen auf dem Gebiet des Kunsthandwerks und der Kochkunst aus. Es werden im Zentrum Gegenstände wie Handtücher mit Stickereien und Klöppeleien, Häkelarbeiten, Täschchen, Haarhalter aus Stoffresten, auch kleine Puppen, die als Türstopper dienen oder auch künstliche Blumen aus Strümpfen hergestellt. Besonders gelungen sind die Treffen, bei denen sich die älteren Mitbürger und jungen Frauen mit den Jugendlichen aus den Kursen gemeinsam unterhalten und feiern. Jeweils zum Abschluss des Jahres wird ein Stand mit allem, was an Kunsthandwerk produziert wurde, auf dem Markt des Stadtviertels 2 de Julho aufgestellt und die Gegenstände werden verkauft. Für die Produzenten ist dies ein großer Augenblick: Durch die Nachfrage nach ihren Erzeugnissen sehen sie ihre Arbeit anerkannt und geschätzt.

Das Seniorenprojekt kommt mit denkbar wenig Geld aus. Dete leitet die Aktivitäten an. Materialien zum Kochen und zur Produktion von Kunsthandwerk wird größtenteils von den Teilnehmern mitgebracht, in kleinen Mengen sicherlich, aber dies summiert sich. Das Zentrum ist für das Projekt von großer Bedeutung. Es ist ein feste Größe innerhalb des Stadtteils 2 de Julho. Über die Teilnehmer ist das Projekt auch mit der örtlichen Kirchengemeinde und dem lokalen Anwohnerverein vernetzt. In der Zukunft sind gemeinsame Aktivitäten vorgesehen. Hierdurch könnte die ursprüngliche Idee zum Tragen kommen, dass das Projekt als lokaler Ansprechpartner für die Stadtverwaltung von Salvador anerkannt wird. In diesem Falle würde es dann Geldmittel zur Finanzierung zumindest eines Teils der Löhne und Aktivitäten erhalten.

Die Anlage eines Kräutergartens ist vorgesehen. Die heilende Wirkung verschiedenener Pflanzen soll den Jugendlichen aufgezeigt und bei Erkrankung von Bewohnern der Favela 2 de Julho zum Einsatz kommen. Das Konzept sieht vor,
  • Das Wissen der Älteren zu mobilisieren.
  • Den Jugendlichen die Bedeutung von Heilpflanzen aufzuzeigen.
  • Günstige Heilmittel den Bewohnern der Favela anzubieten.