Ubatuba, einer der ältesten Munizipien des Landes, liegt zwischen Rio de Janeiro und Santos, begrenzt durch das Gebirge Serra do Mar. 2/3 der insgesamt ca. 65 000 Bewohner sind „Caicaras“.

„Caicaras“ ist die Bezeichnung für die einheimische Bevölkerung, wie sie noch überall entlang der brasilianischen Küste anzutreffen ist. Es handelt sich um Nachkommen von Großgrundbesitzern oder Sklaven, welche überwiegend Subsistenzwirtschaft, basierend auf Fischfang und Landwirtschaft, betreiben. Ihr Leben ist geprägt durch eine Verwurzelung in Traditionen und einem individuellen Lebensstil.

Das Munizip sieht sich heutzutage mit großen sozialen Problemen konfrontiert. Viele sind eine Folge des ungeordneten Wachstums und von Immobilienspekulationen. Der „Fortschritt“ verbesserte in keiner Weise die Lebenssituation dieses Bevölkerungsteils, im Gegenteil.

Oftmals von großen Immobiliengruppen um ihren Grund und Boden gebracht, fristen sie nicht selten ein Leben im Elend. Oftmals wurde die Unwissenheit der „Caicaras“ ausgenutzt und das Land für einen geringen Geldbetrag von ihnen erstanden bzw. mit dubiosen „Besitztiteln“ erworben.

Die „Caicaras“ sind in ihrer großen Zahl noch Analphabeten und ihre Fähigkeiten liegen im landwirtschaftlichen Anbau und dem Fischfang. Diese Aktivitäten sind jedoch zunehmend bedroht: Der Anbau wird durch das städtische Wachstum eingeengt; auch der Fischfang ist durch die zunehmende Verschmutzung und das Aufkommen von Fischfangunternehmen ernsthaft gefährdet. Oftmals reicht die verbleibende Arbeit nicht mehr aus, um die Familie ernähren bzw. im Krankheitsfall notwendige Medikamente kaufen zu können.

In dieser Situation entstand das Projekt „Pé da Serra“, durchgefüht von der Nicht-Regierungsorganisation ALAVANCA

 

Ziele des Projekts:

  • Verbesserung der Lebenssituation der „Caicaras“
  • Unterstützung der „Caicaras“ auf der Suche nach Überlebensmöglichkeiten
  • Arbeit mit Fischern, Frauen und Jugendlichen
  • Aufbau einer Werkstätte zur Herstellung von Kunsthandwerk durch Frauen. Zugleich geht es hierbei um die Bewahrung traditioneller Arbeitsweisen. Da der Tourismus in dieser Gegend in den letzten Jahren stark zugenommen hat, wird im Bereich Kunsthandwerk eine Möglichkeit gesehen, das geringe Familieneinkommen zukünftig auf dies Art und Weise aufzubessern.
  • Stärkung eines Gemeinschaftsbewusstseins

Claudete(29), vier Kinder, wohnt im geschützten "mata atlantica" in Areia de Preservacao" im Pé da Serra. Es gibt keine Elektrizität, sie holt mit ihrem Fahrrad den cesta basica von der Präfektur, der Mann säuft, ist arbeitslos,verschuldet sich immer mehr an der Bar. Kommt er nach Hause, flippt er normalerweise aus und schlägt seine Frau. Tage, wo es nichts zu essen gibt, sind keine Seltenheit. Was vielleicht ein Trost sein kann ist die Tatsache, dass die Nachbarn sich gegenseitig helfen, in einer "solchen Situation klappt die Solidarität" so Sonia Bonfim, die Koordinatorin dieses Projekts.

Unterstützung bitte unter dem Stichwort "Ubatuba" auf folgendes Konto: Brasilieniinitiative Freiburg e.V., Volksbank Freiburg, Konto-Nr. 250 548 06, BLZ 680 900 00