„Die Jugendlichen, die bei uns Hilfe suchen, stehen im Allgemeinen in Konflikt  mit sich selbst, mit den Menschen ihres Umfelds, mit ihrer Familie. Oftmals kommen sie aus zerrütteten Familien, die Eltern sind arbeitslos, haben sich getrennt, so dass sie anderswo Unterschlupf finden mussten. Viele leben unter äußerst belastenden Wohnverhältnissen, leiden unter  psychischem Druck, unter Hunger, Krankheiten, und jeder Art von Mangel. Die Folge sind Fernbleiben von der Schule, Herumlungern auf der Straße, Verwicklung in die Drogenszene, eigener Drogenkonsum, kleinere und größere Diebstähle, schmerzvolle Erfahrungen mit der Polizei, etc.“

Olga genießt ihr volles Vertrauen wie auch das der anderen Rat- und Hilfesuchenden, denn sie kennt die vielfältigen Schwierigkeiten der Menschen, die sie aufsuchen, aus eigener Erfahrung und Betroffenheit, da sie seit vielen Jahren selbst in diesem Stadtteil lebt und in ihm auch unter schwierigsten Bedingungen ihre vier inzwischen erwachsenen Kinder großgezogen hat. Sie hat sich trotz der eigenen Belastungen stets für und mit anderen für Verbesserungen engagiert, wobei sie zunehmend auf die Problematik der verschiedenen Jugendbanden ihres Wohngebiets aufmerksam wurde und ihre spezielle Gabe und Aufgabe darin erkannte, diesen Jugendlichen beizustehen. Sie suchte ihren Kontakt, vor allem den der Bandenführer, ging immer wieder nachts zu ihren Treffpunkten auf der Straße, um mit ihnen zu reden und herauszufinden, was eine lockende Perspektive für sie darstellen könnte. Dies führte 2002 zur Gründung von CDHEC und der Entwicklung des Programms „Option für das Leben“, das den Wünschen der Jugendlichen entsprechend zunächst mit Kursen in Rap, Breakdance und Grafiti begann,. den drei Hauptelementen der so genannten Straßenkultur. Diese aus den USA kommende Protestbewegung vor allem schwarzer Randgruppen, auch Hip Hop Bewegung genannt, übte große Faszination auf die Jugendlichen aus. Sie waren alle Fans der bekannten Musikgruppe „Racionais“ und wollten es ihnen nachtun und ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten erproben. Die ersten Kurse begannen mit zunächst 30 Jugendlichen aus vier verschiedenen Banden, die sich bereit erklärt hatten, ihre Rivalitäten, zumindest innerhalb des Projekts, aufzugeben.