Pro Jahr werden 40 bis 45 Schlosser und Schreiner, 50 bis 55 Elektriker, sowie 55 bis 65 Jugendliche am Computer ausgebildet. Es können Jungen und Mädchen an allen Kursen teilnehmen. Entsprechende Sanitäranlagen existieren. Kriterium für die Aufnahme bei den Computerkursen ist der Abschluss der Grundschule, bei den anderen Kursen müssen die Schüler lesen und schreiben können. Bei allen Kursen ist die Zulassungsvoraussetzung der erkennbare Wille und die Motivation zu arbeiten. Die Ausbilder entscheiden über die Aufnahme eines Anwärters auf der Basis eines Interviews.

Das Verhältnis von Theorie und Praxis ist bei den Kursen unterschiedlich verteilt. Bei den Schlosser- und Schreinerkursen findet morgens bzw. mittags der Kurs mit der theoretischen Vermittlung statt, nachmittags bzw. abends findet die praktische Verarbeitung des erlernten Stoffes statt. Hier üben sich die Schüler in der Herstellung von Erzeugnissen, die später verkauft werden sollen. Es gibt ein weites Spektrum von Produkten, das hergestellt wird. Belem und Val sind die Ausbilder. Es stellte sich bald heraus, dass die Materialkosten bei Holz relativ gesehen sehr viel höher sind als bei Eisen und Blech. Daher werden vorrangig Schlosserprodukte hergestellt, wie z.B. Tisch- oder Stuhlrahmen aus Eisen, Tür- und Fenstergitter, 2005 wurde auch eine lebensgroße Voliere weitgehend fertig gestellt.

Bei den Elektrikerkursen die für jeweils 10 bis 14 Schüler pro Klasse entweder vormittags oder nachmittags gehalten werden, folgt die Praxis unmittelbar den theoretischen Ausführungen. Der ganze Kurs ist praxisorientiert. Am Ende des Kurses besteht die Abschlussarbeit darin, die elektrischen Leitungen in dem Haus eines Kursteilnehmers zu legen, wo es diese bisher nicht gab.

Auch der Computerkurs, der ebenfalls vormittags und nachmittags gegeben wird, ist unmittelbar anwendungsorientiert. Er folgt einem vorgefertigten Ausbildungsplan, in dem der Gebrauch von Microsoft Windows und Word, Excel sowie die Verwendung von E-mail und das Surfen im Internet unterrichtet wird. Ferner lernen sie, ihr eigenes Curriculum Vitae für ihre Arbeitssuche, wie auch kleinere Arbeiten, Kochrezepte und Ähnliches für die Gruppe der Jugendlichen und für die Senioren zu schreiben.

Am Ende des Kurses erhält jeder Teilnehmer ein vom Projekt ausgestelltes Zertifikat. Die Ausbilder selbst haben kein Diplom, solche Kräfte könnten vom Projekt aus nicht finanziert werden. Bei ihnen handelt es sich um técnicos qualificados, d.h. qualifizierte Berufsteätige mit Eignung zum Unterricht. Auch in São Paulo waren schon mit solchen Ausbildern gute Erfahrungen gemacht worden. Entsprechende Kräfte stehen auch in Salvador zur Verfügung. Als ein Beispiel sei hierfür Belem genannt, der selbst eine Schlossereiwerkstätte besitzt.


in Berufschulsystem wie in Deutschland gibt es in Brasilien nicht. Häufig werden im Handwerksbereich junge Leute tätig, die ihren Beruf nicht in Ausbildungslehrgängen sondern „on the Job" gelernt haben. In diesem vorgesehenen Projekt stehen hingegen qualifizierte Ausbilder zur Verfügung, die ein fundiertes Grundwissen vermitteln können. Der Bundesstaat Bahia setzt seit den 90iger Jahren auf den Ausbau der Tourismusindustrie.