Ende 2001 gelang es das neben CASA TAIGUARA befindliche Haus zu erwerben. Der Zustand erforderte jedoch grundlegende Reformen, bevor im Mai 2002 CASA TAIGUARINHA für die 7 - 12 jährigen Straßenkinder eröffnet werden konnte.

Für den Unterhalt und die Betreuung der Straßenkinder ist die Nicht-Regierungsorganisation Moradia Associcao Civil auf Unterstützung angewiesen. Ziel dieser Arbeit ist zu zeigen, dass es möglich ist, die Kinder von der Straße weg zu bringen, ihnen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen.(s.Ziele)

Casa Taiguarinha eröffnet

Am 19. Mai 2002 war es soweit. Was vor einigen Jahren mit der Eröffnung eines Hauses für Jugendliche - Casa Taiguara - (s.BN-Nr.124) begann, fand nun eine erfolgreiche Fortsetzung.Das Strassenkinderprojekt Casa Taiguara bekam “Zuwachs,” Für die 7-12 jährigen Strassenkinder wurde das nebenan liegende Haus, welches Ende letzten Jahres gekauft wurde, als Casa Taiguarinha eröffnet.

Der modellhafte Charakter von Casa Taiguara/ Casa Taiguarinha kommt in der Konzeption zum Ausdruck. Es handelt sich um ein offenes Haus, den Strassenkindern stehen Bildungs- und Freizeitangebote zur Verfügung, es gibt genügend Betreuungspersonal und die Tatsache, dass ständige Wohnplätze für bis zu fünfundzwanzig Strassenkindern zur Verfügung stehen, erlaubt einen engen persönlichen Kontakt zwischen den Kindern/Jugendlichen und den Betreuern. Damit unterscheiden sich Casa Taiguara (und ab jetzt auch Casa Taiguarinha) wesentlich von den staatlichen Aufbewahrungsanstalten wie FEBEM, wo über 3000 Kinder interniert sind, nicht wenige erst dort das entsprechende Rüstzeug für das weitere Leben auf der Strasse bekommen.

Das Projekt Taiguara hat in den Jahren seines Bestehens gezeigt, dass es gelingen kann, Jugendliche nicht nur dauerhaft von der Strasse weg zu holen, sondern diese teilweise auch wieder in ihre Familien zu integrieren.

Dass diese Arbeit unglaublich hart ist, zeigen die täglichen Begegnungen mit den Strassenkindern: viele Enttäuschungen sind zu verkraften, andererseits: gelingt es – was immer wieder der Fall ist – Jugendliche weg von Prostitution, Drogen und Elend zu bringen.

Beispielsweise Elias (16). Er wurde am 28.6. siebzehn Jahre alt, Familie hat er keine, seit dem 6. Lebensjahr lebt er auf der Strasse, seit dem 15.2.1999 im Casa Taiguara. Mit vier Jahren kam er mit seinen Eltern aus Minas nach São Paulo. Diese sahen keine Möglichkeit ihn bei sich zu behalten und gaben ihn deshalb seiner Oma, die ihn jedoch zur „Unidade de Acolhimento“ weiterschickte. Der Weg durch verschiedene Einrichtungen begann kurz darauf: Abrigo Moca, Casa Renascer, Lar Gotas de Amor, Rainha da Paz, SOS Crianca.waren die verschiedensten Stationen seines jungen Lebens. Was die Zukunft bringen wird, ist ungewiss, für das Team von Taiguara ist es bereits ein Erfolg, dass er bereit war wieder die Schule zu besuchen.

Das jetzt eröffnete Casa Taiguarinha für die 7-12 jährigen Strassenkinder schließt eine Lücke: die Erfahrung hat gezeigt, dass auch bei den Strassenkindern untereinander eine „Hackordnung“ besteht, unter der vor allem die Jüngeren zu leiden haben. Casa Taiguarinha eröffnet nun für diese Altersgruppe erstmals die Möglichkeit, freier über Alternativen zum Leben auf der Strasse nachzudenken und sich leichter hiervon zu lösen.

Dieses von der Nicht Regierungsorganisation Moradia Assoçiacão Civil getragene Projekt finanziert sich neben finanzieller Zuwendungen durch die Präfektur (seit 2004)aus vielen Einzelspenden. Diese sind unerlässlich und weiterhin notwendig um das Konzept entsprechend durchführen zu können.Es bleibt die Hoffnung, dass das „Modell Taiguara“ vielleicht sogar langfristig ein Ende der staatlichen Aufbewahrungsanstalten wie FEBEM bewirken kann.

 

Unterstützung bitte auf das Konto der Brasilieninititative Freiburg e.V.
Konto-Nr. 250 548 06
BLZ 680 900 00
Volksbank Freiburg.
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