Bericht Nr.23- Dezember 1999

In seinem Dezember-Brief verweist Daniel Fresnot neben der Aufzählung der eingegangenen Spenden-erneut von vielen Einzelpersonen- auf folgende Punkte: * Der das Straßenkinderprojekt Casa Taiguara tragende Verein "Moradia Associacao Civil" ist im Oktober staatlicherseits anerkannt worden. * Zur Zeit bestehen Überlegungen, ein eigenes Haus für die 7-12jährigen Straßenkinder -"Casa Taiguarinha"- zu eröffnen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die "Kleinen" allzuoft Schikanen der "Großen" in Casa Taiguara ausgesetzt sind. * Nach wie vor problematisch ist die Situaton der drogenabhängigen Straßenkinder in Casa Taiguara. Für sie sucht man weiter "Paten", eine Entziehungskur kostet monatlich umgerechnet ca.300.-DM und ist aus den vorhandenen Mitteln nicht zu bezahlen. Abschließend bedankt sich Daniel Fresnot bei allen Unterstützer/-innen, wünscht ein schönes Weihnachtsfest uns alles Gute für das Jahr 2000: A todos que nos apoiaram neste ano Feliz Natal e Ano 2000!

Frühsommer 1999 - Bericht Nr.21 aus Casa Taiguara

Liebe Unterstützer/-innen von Casa Taiguara,

Immer wieder veröffentlicht Moradia Associacao Civil Rechenschaftsberichte über den jeweiligen Fortgang des Projekts bzw. die finanzielle Situation. Durch die Zusammenfassung dieser Mitteilungen und der Weitergabe an Sie möchten wir Sie ebenfalls an der Entwicklung von Taiguara teilhaben lassen. Die vollständigen Bericht können bei uns in portugiesischer Sprache bezogen werden.

Daniel Fresnot, der Vorsitzende von Moradia führt zunächst in seinem Bericht die verschiedensten Unterstützer/-innen auf. Hierzu gehören neben der Wilhelm Oberle-Stiftung, welche durch unsere Vermittlung mit Casa Taiguara in Kontakt kam und für den Hauskauf 25.000 Reais zur Verfügung stellte sowie 5500 Reais für die Arbeit mit Erwachsenen in der favela Vila Prudente, immer wieder Einzelpersonen. Beispielsweise steuerte das Ehepaar Moraes 3000 Reais bei, die Ehefrau des französischen Botschafters in Sao Paulo, Mdme.Lévy, organisierte ein Benefizabendessen. "Mit Gottes Hilfe und Personen wie Oberle, Moraes, Lévy kann Casa Taiguara seine Arbeit fortsetzen, welche zunehmend als beispielhaft für die Arbeit mit Strassenkindern gilt. Im März kamen 78 Mädchen und Jungen, im April 73 zu uns, einige davon besuchen inzwischen die Schule bzw. bereiten sich zumindest auf einen Schulbesuch vor. Jeden Monat geben wir hunderte von Mahlzeiten aus, viele, die nicht bei uns wohnen, nehmen das Angebot zum duschen war." Daniel verweist auf das Bemühen auch offizielle Unterstützung zu erhalten um die finanziell angespannte Situation zu entzerren, desweiteren verweist er auf das verstärkte Bemühen drogenabhängige Jugendliche von ihrer Sucht zu befreien:

"Es gelang uns Rodrigo,13, auf der fazenda Horizonte, in der Nähe von Ibiuna, unterzubringen. Hier wird er sich einer Entziehungskur unterziehen. Rodrigo schlief bis zum vergangenen Jahr mit seinem Hund auf der Straße. Auf der fazenda gibt es ein Schwimmbad, einen Fußballplatz, Gemüsebeete. Wir hoffen dass dieser neue Kontakt die Jugendlichen wirkungsvoll von den Drogen wegbringt. Nach Rodrigo entschlossen sich mit Ricardo und Sebastiao zwei weitere Casa Taiguara Bewohner der Kur zu unterziehen. Jede "Entgiftung" eines Jugendlichen kostet 2-3 Mindestlöhne im Monat, die Behandlung dauert zwischen drei und acht Monate. Da unsere finanziellen Mittel erschöpft sind, suchen wir Leute, die eine "Patenschaft" übernehmen könnten um weitere Jugendliche zu retten."

Der Bericht endet mit einem Dank an die vielen freiwilligen Helfer/-innen, welche sich am Projekt beteiligen und schließt: "Dank vor allem an die Equipe von Taiguara: Bel, Jorge, Conceicao, Adilson, Denis, Paulo, Cidália, Luiza, Rosangela, Antonio, die mit Mut und Entschlossenheit Tag und Nacht zur Verfügung stehen. Einen Dank auch an Sr. Luiz Teixeira (Anm: ein über 75-jähriger Mann), der seit dem ersten Tag sich für die Instandhaltung von Casa Taiguara verantwortlich fühlt und hilft!"

Auch wir, d.h. die Leute der Brasilieninitiative, bedanken uns bei allen bisherigen Unterstützer/-innen!

Herzliche Grüße aus Freiburg

· Ein Mindestlohn = 138 Reais
· Ein Real = 1,03 DM (Stand: August 1999)