Jedes Jahr veröffentlicht die Moradia Associcao Civil, Träger des Straßenkinderprojekts Taiguara, einen Rechenschaftsbericht mit den eingegangenen Spenden und den erfolgten Aktivitäten. Dieser auf portugiesisch erstellte Bericht kann bei uns eingesehen werden. Nachfolgend Auszüge aus vergangenen Jahren.

2007 – Ein positives Jahr für Moradia Assocação Civil Casa Taiguara/Casa Taiguarinha

"Schwierigkeit ist ein wiederkehrendes Wort im Lexikon derer, die im dritten brasilianischen Sektor arbeiten, vor allem bei NGO’s, die die weniger begünstigten Klassen unterstützen und wo der Begriff Lebensunterhalt vielfach nichts mit der gültigen Realität zu tun hat.
Dies ist auch der Fall bei Moradia. Das Profil unserer Dienstleistungen – Aufnahme von sozial gefährdeten Kindern und Jugendlichen – beinhaltet einen Prozess, bei dem es fast unmöglich ist, Devisen und Ressourcen zu schaffen. Als das Casa Taiguara 1996 eröffnete, gab es noch keine Vereinbarungen mit der Stadtverwaltung von São Paulo – heute lebenswichtig für sein Funktionieren – und es gab nur wenige unterstützende Partner. In Wahrheit begründeten die persönlichen Spenden des Moradia Gründers und heutigen Vorsitzenden, Daniel Fresnot, und der gute Wille einer handvoll Mitarbeiter den wesentlichen Antrieb der Organisation. So vergingen die ersten 6 Jahre der Moradia. Alte Fotos veranschaulichen eine sehr diffizile Vergangenheit, wo Matratzen nur auf dem Boden des Casa Taiguara lagen und freiwillige Helfer vielfältige Aufgaben übernahmen. Seit diesen schwierigen Anfängen hat sich die Moradia Assocação Civil zu einer anerkannten Institution entwickelte. Und 2007 war ein besonderes Jahr.
In diesem Jahr konnten wir unsere Angebote erweitern. Mit der Eröffnung des CRECA CASA VERDE – Haus der Zuflucht „Chico Cézar“, konnte Moradia sein drittes Haus eröffnen, die Aufnahmekapazität verdoppelte sich und insgesamt stehen nunmehr 60 Schlafplätze zur Verfügung. In 2007 waren wir auch in der Lage die Häuser Casa Taiguara und Casa Taiguarinha zu renovieren und menschlicher zu gestalten, was uns eine würdigere Aufnahme unserer Straßenkinder ermöglicht.
Es war auch 2007, dass die Projekte Kunsterziehung und Vorsorge in Partnerschaft mit dem Gesundheitsministerium genehmigt wurden und in der gleichen Weise eine Reihe neuer Aktivitäten wie Capoeira, Hip Hop, Percussion Brasiliens und des Nordostens, Kunst-Therapie, Fotografie, Ausflüge und Reisen, etc. Teil unserer Routine wurden. Dies alles schafft ein breites Angebot und wir verzeichnen einen enormen Rückgang der Straßenkinder, die wieder zurück auf die Straße wollen. Ebenfalls 2007 überarbeiteten wir unsere Website und schufen das Informationsblatt Taiguara, mit welchem wir immer koninuierlich über unsere Arbeit unterrichten möchten.
Wollen wir hoffen, dass sich all diese positiven Entwicklungen im kommenden Jahr fortsetzen. Die Anforderungen an Zufluchtstätten und ihren Leistungen können nur zunehmen, betrachtet man die explodierende Armut in Sao Paulo. Moradia will noch vieles verwirklichen und hofft auf neue Partner, die sich in diesem Kampf 2008 uns anschließen und uns unterstützen."

November 2007

Unser Projekt in São Paulo Casa Taiguara/Casa Taiguarinha hat Zuwachs erhalten: Casa Verde. Dieses Haus übergab die Stadtverwaltung an das Team von Taiguara, das damit erneut eine behördliche Anerkennung erfuhr. Bei den Kosten übernimmt die Stadtverwaltung nur einen Teil,d.h.weiterhin sind Spenden notwendig.Für dieses Haus war die Oberle-Stiftung aus Staufen schnell und unbürokratisch bereit, einen einmaligen Zuschuss von 4000.00 € für die notwendige Anschaffung von Einrichtungsgegenständen zu bewilligen.
Im Januar kommenden Jahres wird voraussichtlich der Begründer von Taiguara, Daniel Fresnot, in Freiburg zu einem Vortrag sein. Den Termin entnehmen Sie bitte der örtlichen Presse bzw. unserer Website.

Das "Projeto Integrar" ist dagegen gefährdet. Dank einer Nichtregierungsorganisation in England und der Aktion Selbstbesteuerung war die Weiterarbeit zwar bis Mitte 2007 sichergestellt, momentan arbeitet das Psychologenteam weitgehend ohne Bezahlung. Wir bemühen uns zur Zeit um weitergehende Unterstützung, bisher jedoch vergebens. Dies ist sehr schade, hat doch die bisherige Arbeit der Psychologen gezeigt, dass es möglich ist, Straßenkinder wieder in ihre Familien zu integrieren.Während dieser Zeit kehrten 12 Kinder in ihre Familien zurück.Um dieses Projekt nicht zu gefährden, sind weitere Spenden willkommen.Unser Versuch, über die Fördermitglieder konstante monatliche Unterstützung zu finden,gelang leider nicht.