In Brasilien haben Soja-Großhändler das Moratorium für neue Anbauflächen um ein weiteres Jahr verlängert

Damit verpflichten sie sich nach Angaben von Greenpeace, weiterhin kein Soja zu kaufen und zu handeln, für das Wald gerodet wird. Für das Klima ist das eine gute Nachricht: Je mehr Urwald erhalten bleibt, desto mehr Kohlendioxid bleibt gebunden. Im Amazonas-Regenwald sind nach Schätzungen von Greenpeace 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden.
Ein zweijähriges Soja-Moratorium wurde erstmals 2006 zwischen lokalen Nichtregierungsorganisationen, internationalen Umweltverbänden und den größten Getreidehändlern der Welt, Cargill, Bunge, Archer Daniels Midland (ADM), Dreyfus und Grupo Maggi , ausgehandelt. Seitdem wurde es jedes Jahr um ein weiteres Jahr verlängert [2].
Brasilien ist der zweitgrößte Soja-Exporteur der Welt. Das Futtermittel ist für einen großen Teil der Urwaldzerstörung verantwortlich. Im Regenwaldgebiet des Amazonas wird bereits auf einer Fläche von über einer Million Hektar Soja angepflanzt - Tendenz steigend. Soja aus dem Regenwald wird an Tiere verfüttert, die in den Ländern Europas auf den Speisekarten stehen.
Mitverantwortlich für das Soja-Moratorium waren 2006 die Einzelhandelsketten Tegut aus Deutschland, Asda und Marks & Spencer aus Großbritannien und El Corte Ingles aus Spanien, sowie Produzenten wie die deutsche Schokoladenfirma Ritter Sport. Als Soja-Großkunden forderten sie die Händler auf, dem von Umweltverbänden geforderten Moratorium zuzustimmen.
Eine Soja-Arbeitsgruppe mit Vertretern der betroffenen Unternehmen und Verbände überwacht nun die Einhaltung des Moratoriums. Dazu werden regelmäßig Überwachungsflüge durchgeführt und Satellitenbilder ausgewertet. Soja-Farmer müssen sich registrieren lassen und damit die Rechtmäßigkeit ihrer Flächen belegen.

 

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