Die Bischofskonferenz der brasilianischen Region Norden II – sie umfasst die Bundesstaaten Pará und Amapá – hat auf ihrer Versammlung in Belém (der Hauptstadt von Pará) den geplanten Bau des umstrittenen Wasserkraftwerks Belo Monte angeprangert.

Unter den 14 anwesenden Bischöfen befand sich auch Erwin Kräutler, der 2010 für sein unermüdliches Engagement mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Widerstand wird juristisch verfolgt

In einer Erklärung der regionalen Bischofskonferenz heißt es, das Projekt Belo Monte gefährde die Leben Tausender Menschen. 30.000 Bewohner der Region seien mit dem realen Albtraum konfrontiert, aus ihren Häusern geworfen zu werden, ohne zu wissen, wohin sie gehen sollen. Riesige Grundstücke und Plantagen würden enteignet, die Besitzer erhielten hierfür lächerliche Entschädigungen. Wer sich dem Vorgehen widersetze, werde verklagt. Jene, die riefen „Das Amazonasgebiet ist unser!“ hätten nicht die Verteidigung der Souveränität Brasiliens im Sinn, sondern verfolgten egoistische Interessen, welche die Natur zerstörten. Land, Wasser und Wälder sollten systematisch in Waren verwandelt werden.

Hoffnung auf den gesunden Menschenverstand

Die Bischöfe erklären in dem Dokument ihre Solidarität mit den indigenen Völkern, die am Rio Xingu leben und werfen den staatlichen Behörden fehlende Sensibilität angesichts des drohenden Leidens der Menschen vor. Es sei zu hoffen, dass am Ende doch noch der gesunde Menschenverstand siegen werde. Insgesamt nahmen an der Versammlung 70 Personen teil, neben den Bischöfen unter anderem auch Missionare und Laien. (bs)