Suche nach neuem Terrain

Die Biotreibstoffe würden zu 88 Prozent auf ehemaligen Viehweiden angebaut
werden. Die Rinderfarmer müssten sich dann jedoch neues Terrain suchen. Dazu
müssten bis 2020 rund 121.000 Quadratkilometer neue Waldflächen gerodet
werden. Für die Kohlenstoffbilanz bedeutet das ein Debit von rund 44 (aus
Zuckerrohr) und 250 (aus Soja) Jahren im Vergleich zur Nutzung fossiler
Brennstoffen.

"Unsere Untersuchungen beziehen auch ein ökonomisches Agrarmodell für ein
Basisszenario mit ein, das die Nahrungs- und Futtermittelproduktion des
Zuckerrohrs und der Sojabohne betrachtet", so Schaldach. "Ein Fakt wird in
der ganzen Studie allerdings deutlich", betont der Wissenschaftler. Auch bei
der Produktion von Biotreibstoffen sei ein nachhaltiges Handeln möglich.

Weniger problematische Alternativen

"Wir haben auch die Nutzung anderer Biotreibstoffe untersucht, um
festzustellen, welche der Alternativen unter energetischen Gesichtspunkten
weniger problematisch sind, wobei mögliche ökologische Konsequenzen
ausgeklammert wurden", erklärt der Wissenschaftler.

Die modellierte Dichte an Viehbestand wird um 0,09 Tiere pro Hektar
zunehmen. "Eine Erhöhung von 0,13 Tiere pro Hektar, könnte die indirekte
Landnutzungsänderung durch die Biotreibstoffe verhindern und dennoch sowohl
die Nachfrage nach Nahrungsmitteln als auch Biotreibstoff decken", so der
Forscher. In Zukunft sollte eine bessere Zusammenarbeit zwischen den
Institutionen, die für Biotreibstoffe stehen und jenen, die die Rinderfarmen
betreiben, forciert werden. Nur so könne man effektiv CO2 einsparen, erklärt
Schaldach abschließend. (pte)

Wolfgang Weitlaner