BrandrodungDurch die Ausdehnung der Zuckerrohr- und Sojaplantagen werden Viehzüchter in
Richtung Amazonien verdrängt


Kassel - Die geplante Ausdehnung von Plantagen für Biotreibstoffe in
Brasilien könnte indirekt die Zerstörung des Regenwaldes forcieren. Zu
diesem Schluss kommen Forscher der Universität Kassel, die im
Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)
veröffentlicht wurde. Durch die Ausdehnung der Zuckerrohr- und Sojaplantagen
würden nämlich Viehzüchter in Richtung Amazonien verdrängt.
Um das Gebiet für die Rinderzucht aufzubereiten, müssten Waldflächen gerodet
werden. Das verschlechtert die Kohlenstoffbilanz des "Biosprits" ganz
erheblich. Brasilien setzt derzeit vor allem auf Zuckerrohr für die
Ethanolproduktion und Sojabohnen zur Herstellung von Biodiesel. Die Forscher
haben - um die Dynamik der Landnutzungsänderung zu untersuchen - mit einem
Simulationsmodell gearbeitet.
Momentan werden 55.000 Quadratkilometer Zuckerrohr und 191.000
Quadratkilometer Soja angebaut. Wenn die Biosprit-Produktion bis 2020 das
geplante Ziel erreicht, kommen noch 57.200 Quadratkilometer für Zuckerrohr
hinzu. Bei Soja würden es sogar 108.100 Quadratkilometer mehr sein", so
Studien-Co-Autor Rüdiger Schaldach.