Mercedes-Benz wird 540 Lastwagen für den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte im brasilianischen Amazonasgebiet liefern. Es handelt sich um einen der größten Aufträge für LKWs in Brasilien.

Mit den Geländelastwagen sollen über 100 Millionen Tonnen Erde und Gestein transportiert werden. Den Auftragswert, den die Folha de São Paulo auf  “mindestens” 86 Millionen Euro schätzt, wollte ein Mercedes-Sprecher in São Paulo gegenüber Latin@rama aber noch nicht nennen, “sonst verlieren wir den Kunden”. Zwei Modelle seien aber derzeit auf dem Stand des Konsortiums Norte Energia auf der “Construction Expo 2011″ zu bewundern.

Für den Bau des zweitgrößten Wasserkraftwerks in Brasilien, der vor einigen Monaten begonnen hat, wird so viel Erdreich bewegt wie vor 100 Jahren beim Bau des Panama-Kanals. Indígenas und UmweltschützerInnen kritisieren das Großprojekt, für das mindestens 40.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Die zwei geplanten Staudämme gefährdeten die Rechte der Indianer, heißt es im neuen Amnesty-Bericht Sacrificing Rights in the Name of Development.

Gegen das Megaprojekt soll am 20. August in Brasilien und zwei Tage darauf in vielen anderen Ländern protestiert werden.

Präsidentin Dilma Rousseff bekräftigte hingegen diese Woche erneut, dass Belo Monte für die Entwicklung Brasiliens und der Region am Amazonas-Nebenfluss Xingu unverzichtbar sei. Durch Sozialprojekte und den Ausbau “grundlegender Infrastruktur” wolle man den Lebensstandard der Bevölkerung verbessern. Zahlreicher juristischer Einwände zum Trotz erteilt das Umweltministerium stets die erforderlichen Baugenehmigungen.

Vor Mercedes haben bereits die Siemens-Tochter Voith Hydro sowie die Turbinenbauer Andritz (Österreich) und Alstom (Frankreich) von dem Baukonsortium Aufträge in Millionhöhe erhalten. Ein Großteil des produzierten Stroms dürfte Stahl- und Aluminiumwerken in Amazonien zugute kommen. Das Wasserkraftwerk soll 2015 in Betrieb gehen.

von Gerhard Dilger für blogs.taz.de