Brasilien baut ein gigantisches Wasserkraftwerk - massive Proteste!

 

Trotz massiver Proteste hält Brasiliens Regierung an ihren Plänen für das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt im Amazonas-Gebiet fest.
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete im August 2010 einen Konzessionsvertrag mit dem Konsortium Norte Energía SA, das für 35 Jahre die Nutzungsrechte an dem Kraftwerk Belo Monte am Xingu-Fluss im Bundesstaat Pará hat. Damit rückt der Baubeginn für das Milliarden-Projekt immer näher.
Dem auch für den Bau verantwortlichen Konsortium gehören 18 staatliche und private Firmen sowie brasilianische Pensionsfonds als Investoren an. Das umgerechnet etwa 8,5 Milliarden Euro teure Kraftwerk soll in der ersten Phase 2015 in Betrieb gehen. Es wäre mit einer Leistungskapazität von mehr als 11.000 Megawatt das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem binationalen Itaipú-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay. Die Regierung hält das Wasserkraftwerk bei der Stadt Altamira zur Sicherung der Energieversorgung für die achtgrößte Volkswirtschaft Brasilien für notwendig.
Vor dem Präsidentenpalast protestierten Indianer gegen den Bau der Anlage, wegen der Zehntausende Menschen umgesiedelt werden müssen. Der Staudamm widerspreche der brasilianischen Verfassung und internationalen Menschenrechtskonventionen, erklärten sie. Nach Einschätzung des aus Österreich stammenden Bischofs Erwin Kräutler zerstört der Staudamm die Lebensgrundlagen der indigenen Völker. Kräutler, Vorsitzender des katholischen Indianermissionsrates, sagte, offenbar wolle die Regierung "alle natürlichen Reichtümer Amazoniens" ausbeuten lassen.
Nach Angaben der künftigen Betreiber müssen mindestens 17.000 Menschen umgesiedelt werden. Diese Zahlen werden von den Gegnern des Projekts angezweifelt. Sie rechnen damit, dass Belo Monte ("Schöner Berg") mindestens 20.000, möglicherweise sogar 50.000 Menschen vertreiben wird. Zudem bezweifeln die Kritiker den wirtschaftlichen Nutzen der Anlage, für die vermutlich mehr als 500 Quadratkilometer Regenwald überflutet werden müssen. Die Gegner haben das Kraftwerk bereits in Belo Monstro ("Schönes Monster") umbenannt.

Q.: dpa,23-9-2010

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