Carrero warnte zudem davor, dass die geplante Reform des Forstgesetzes solche Geschäfte in Zukunft noch attraktiver machen werde. So soll Besitzern von weniger als 400 Hektar Land künftig erlaubt werden, den gesamten Wald zu roden. Bislang ist der Holzeinschlag auf nur 20 Prozent der Parzellen erlaubt. Die Gesetzesänderung wird vor allem von der Agrarindustrie Brasiliens gefordert. Politische Beobachter gehen davon aus, dass einflussreiche Unternehmer die Abgeordneten in Brasilia enorm unter Druck setzen werden, um ihr Ziel zu erreichen. "Es ist kostengünstiger, einen Hektar Land zu entwalden, anstatt geschädigtes Land zu regenerieren", warnte jedoch Carrero.
Es klingt wie Ironie, dass ausgerechnet Brasiliens Waldschutzerfolge Forderungen nach einer Lockerung des Forstgesetzes nach sich gezogen haben. Zwischen 2004 und 2009 wurde die Entwaldung um 70 Prozent reduziert. Bauern und Großgrundbesitzer stemmten sich nun gegen die Kontrollen, sagte Rhett Butler von der Nichtregierungsorganisation 'Mongabay.com'.

Klimaretter.info http://www.klimaretter.info/umwelt/hintergrund/9157 Freitag, 12. August 2011