In der Ausgabe heißt es unter dem Titel „Konflikte auf dem Land in Brasilien“, im vergangenen Jahr seien 29 politisch engagierte Landarbeiter ermordet worden,

fünf weniger als 2010. Alarmierend ist die Zunahme der Morddrohungen gegen Aktivisten und Aktivistinnen auf dem Land: Sie betrug im Vergleich zum Vorjahr fast 178 Prozent. 
Die Veröffentlichung der CPT befasst sich nicht nur mit den Menschenrechtsverletzungen auf dem Land, sondern informiert auch über Konflikte, welche Brasiliens Indigene sowie die sogenannten Quilombolas, Nachfahren afrikanischer Sklaven, betreffen. 

Staatliche Sicherheitskräfte von Pistoleiros vertrieben 

In den ersten vier Monaten 2012 wurden bereits 12 Landarbeiter ermordet, im Vergleich zu acht im Vorjahr. Morddrohungen sind für viele Aktivisten Alltag. In der Gemeinde Lábrea im Bundesstaat Amazonas gelang es zum Beispiel einer Arbeiterin erst nach langem Insistieren bei den staatlichen Stellen, Schutz durch die Força Nacional zu erhalten. Die Sicherheitskräfte überwachen die konfliktreiche Region. Im April mussten die Aktivistin und die Força Nacional die Gegend allerdings verlassen: Die Morddrohungen der Pistoleiros richten sich inzwischen auch gegen die Staatsmacht. 

Nur die Spitze eines Eisbergs

In der Einleitung des Berichts der Landpastoral werden die von der CPT registrierten Fälle von Menschenrechtsverletzungen als lediglich die Spitze eines Eisbergs bezeichnet. Das meiste von der Gewalt, welche sich auf den riesigen ländlichen Flächen Brasiliens zutrage, werde nie publik. Als Gründe werden die isolierte Lage der Gemeinden genannt, aber auch die mangelnde Sensibilisierung der Bevölkerung für das Unrecht, das den Landarbeitern geschieht. Oft werde weggesehen, so dass die brasilianische Gesellschaft wenig von dieser Realität erfahre. Gewalt sei an der Tagesordnung, den Tätern gelinge es allerdings nicht, Widerstand und Kampfesgeist von Indigenen, Quilombolas und Landarbeitern zu brechen. Der Klang der Trommeln, Gesänge und Tänze verliehen dem Kampf oft zusätzliche Kraft.