Der Kleinbauer, José Campos Braga, 56 Jahre, wurde am Mittwoch den 4.
Februrar im Weidegebiet von Areia Grande in der Gemeinde Casa Nova, im Hinterland von Bahia erschossen aufgefunden.


José Campos, Vater von 10 Kindern, war eine Symbolfigur des Widerstandes im Kampf um die Landrechte der traditionellen Kleinbauern-Gemeinschaften. Er leistete Widerstand gegen die Versuche, die Gemeinschaft der Ziegenbauern zu vertreiben, um dort Anbau für Ölpflanzen zur Produktion von Biodiesel Platz zu machen. Investoren versuchen, sich durch illegalen Landhandel der Weideflächen anzueignen.

Der Konflikt um das Gebiet von Areia Grande, von dem 336 Familien, mehr als 1.800 Bewohner betroffen sind, war im März 2008 eskaliert. Häuser, Stallungen und Zäune der traditionellen Gemeinschaft waren von Pistoleiros der Landspekulanten zerstört worden. Auch das Haus von José Campos war damals zerstört worden. Seitdem lebte er in einem Zelt aus Plastikplanen.

Das ganze Jahr 2008 über kämpften die Bauern in verschiedenen rechtlichen Instanzen um ihre Landrechte. Erst im Dezember letzten Jahres konnten sie einen ersten Erfolg feiern, als die rechtlichen Verfahren, die von den Investoren gegen das Dorf angestrengt worden waren, vom örtlichen Richter für ungültig erklärt wurden.

Doch die Landmaffia gab sich damit nicht geschlagen. Während der letzten zwei Wochen berichten die Bewohner von Areia Grande, dass sich die Schergen mehrfach versuchten, in das Dorfgebiet einzudringen. Nach neuerlichen Bedrohungen erstatteten die besorgten Kleinbauern Anzeige bei lokalen Polizei. Sie erhielten jedoch keine Unterstützung.

Heute wird die Leiche der gerichtsmedizinischen Analyse unterzogen. Die Staatsanwaltschaft und der Mediator für Landkonflikte wurden bereits eingeschaltet.

Die Dorfbewohner fordern effiziente Ermittlungen, die Bestrafung der Verantwortlichen und die Wahrung der Sicherheit in ihren Dörfern sowie die Anerkennung ihrer Landrechte.

CPT Bahia, 05-01-2008