Ein Gericht im südlichsten brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul hat entschieden, dass der Gentechnik-Konzern Monsanto für die Wiederaussaat seiner genmanipulierten Roundup-Ready-Sojabohnen keine Lizenzgebühren verlangen darf.

Dies widerspreche dem brasilianischen Sortengesetz, argumentierten die Richter. Monsanto kündigte Berufung an.

Für den Konzern geht es in dem Rechtsstreit mit brasilianischen Soja-Bauern um Milliarden. Seit der Anbausaison 2003/04 verlangt der Konzern Lizenzgebühren - sowohl beim erstmaligen Kauf des Saatguts als auch, wenn die Bauern aus der Erne zurückbehaltene Bohnen wieder aussähen. Gegen diese Lizenzgebühr auf die erneute Aussaat reichten die Bauern 2009 eine Sammelklage ein und bekamen nun (vorerst) Recht. Das Gericht ordnete auch an, dass Monsanto die seit 2003 auf die erneute Aussaat erhobenen Gebühren zurückzahlen müsse. Hat das Urteil Bestand, würde dies in ganz Brasilien rund fünf Millionen Bauern betreffen und den Konzern 6,2 Milliarden Dollar kosten, schreibt der brasilianische Agrar-Analyst Daniel Coelho Barbosa. Er rechnet damit, dass eine erste Entscheidung des obersten brasilianischen Gerichts bereits im kommenden Monat fällt.

Besondere Bedeutung erhält die Auseinandersetzung, weil Monsanto in Brasilien in der kommenden Anbausaison seine neue Gen-Bohne "Intacta RRpro" einführen und dafür fünf mal mehr Lizenzgebühren kassieren will als für die alte Roundup-Ready-Bohne.