Verleihung des Kant-Weltbürger-Preises
Im Kampf für die Rechte der Menschen

In Anerkennung ihrer Verdienste um den Schutz der Menschenrechte wurden am Samstagmittag in Freiburg der brasilianische Bischof Luiz Flavio Cappio und der israelische Friedensaktivist Jeff Halper mit dem Kant-Weltbürger-Preis ausgezeichnet.
Damit würdigte am Europatag die Stiftung "Europas Erbe als Auftrag. Freiburger Stiftung zur Förderung eines kantischen Weltbürger-Ethos" den Einsatz der beiden Männer für die Rechte der Menschen und ihre grundlegenden Lebensbedingungen. In seiner Laudatio hob Richard Falk, Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrates, hervor, dass Jeff Halpers Kampf für ein Miteinander von Israelis und Palästinensern nicht ein Kampf um Grenzen und Land ist, "sondern um die Seele Israels". Der Staatsminister im Auswärtigen Amt Gernot Erler erinnerte an die Hungerstreiks des Bischofs der Diözese Barra im armen Nordosten Brasiliens, um eine Umleitung des für 600 000 lebensnotwendigen Rio Sao Francisco zu verhindern. An der Seite der Armen verleihe Dom Luiz Flavio der Landbevölkerung eine Stimme, die überall gehört werde. In seinen Dankesworten macht der Bischof deutlich: "Es sind die Armen auf der Welt, die gemeinsam mit mir diesen Preis entgegennehmen." Dem Kant’schen Imperativ zu folgen, sei heute ein Akt revolutionären Handelns, um dem "System des Todes" einer freien Marktwirtschaft und dem Dogma der Gewinnmaximierung neue Formen der Solidarität mit dem Leben entgegenzusetzen.

Badische Zeitung Online, 10.6.2009

Die Brasilieninitiative Freiburg e.V. berichtet in ihrer Zeitschrift BrasilienNachrichten (www.brasiliennachrichten.de) kontinuierlich über die Arbeit von Dom Cappio und die geplante Flußumleitung des Rio Sao Francisco.