Der Einsatz von giftigen Pestiziden nimmt zu

Die Umweltprobleme, die der Ethanolboom mit sich bringt, sind Legion: etwa die schleichende Zerstörung des Atlantischen Regenwaldes, der artenreichen Waldsteppe Cerrado und die Bedrohung des Feuchtgebiets Pantanal. Das Amazonasgebiet ist indirekt betroffen, da die Ausweitung der Zuckerrohrfelder Viehzucht und Sojaproduktion vom Südosten und Mittleren Westen gen Norden verdrängt.
Der Einsatz von giftigen Pestiziden und Kunstdünger nimmt zu, verbotene Produkte werden aus Paraguay hereingeschmuggelt. Brandrodung mit den entsprechenden Gesundheits- und Klimabelastungen ist im Zuckerrohranbau immer noch verbreitet, auch wenn die zunehmende Mechanisierung eine bessere Zukunft verspricht. Berücksichtigt man die gesamte Produktionskette, vor allem die Rodungen, relativiert sich auch die vergleichsweise gute Klimabilanz des Ethanols.
Die Verlagerung von Anbauflächen für Lebensmittel schließlich findet zwar regional statt, doch eine vielfach auch friedliche Koexistenz zwischen Agrobusiness und Kleinbauernbetrieben, die 70 Prozent der Nahrungsversorgung sicherstellen, ist in dem Riesenland immerhin gegeben. In Zentralamerika oder Afrika, wo Brasilien massiv Agrospritprojekte fördert, sieht das ganz anders aus.