Täglich 20 Milliarden Tonnen Wasserdampf

Ein großer tropischer Baum kann Nobre zufolge somit bis zu 300 Liter Wasser am Tag verdunsten lassen. Messungen hätten ergeben, dass die Amazonasregion jeden Tag für etwa 20 Milliarden Tonnen Wasserdampf sorge. Aus dem Amazonasfluss würden sich 17 Milliarden Tonnen Wasser ins Meer ergießen. 
Nobre geht davon aus, dass etwa die Hälfte des Wassers bereits über dem Amazonasurwald abregnet. Die Wälder, über denen die Wolken hinwegziehen, füllen sie dann wieder mit Wasser auf. Ohne diese 'Nebenflüsse' würden die 'fliegenden Flüsse' ihre Feuchtigkeit viel schneller verlieren. Die indigenen Völker wüssten seit langem, dass es überall dort Regen gebe, wo Wälder zu finden seien, sagte Nobre. Die Wissenschaft habe dies hingegen erst spät erkannt. 
Obwohl sich der Rhythmus der Waldschwund verlangsamt hat, befürchten Wissenschaftler einen Schneeballeffekt, da jedes entwaldete Gebiet zu weiteren Schädigungen führt. Auch die zwischen 2005 und 2010 immer häufiger aufgetretenen Dürreperioden geben demnach Anlass zur Sorge. "Die Biosphäre reguliert das terrestrische System", erklärte Nobre. Es besitze eine Art Thermostat. Die Menschen seien aber im Stande, eine Stabilität zu zerstören, die Millionen von Jahren überdauert habe. (Ende/IPS/ck/2010) 
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