Der Amazonaswald und die Barriere der Andenkordilleren leiten die feuchten Winde um, die der brasilianische Forscher Gérard Moss 'fliegende Flüsse' nannte. Diese Winde bescheren der Region, die die größten Fleisch-, Getreide- und Obstexporte des Kontinents generiert, bisher ausreichend Regen. 
Die so genannte planetarische Zirkulation ist ein weiterer Teil dieses Prozesses. Am Äquator erwärmst sich die Luft durch die starke Sonneneinstrahlung, steigt auf und verdichtet sich zu Wolken, aus denen starke Niederschläge fallen, die die tropischen Wälder bewässern. Ab einer bestimmten Höhe driftet diese Luft nach Norden und Süden ab. 
Die Winde ziehen in Richtung Äquator, um den Raum zu füllen, den die aufsteigende Luft hinterlassen hat. Da die Winde sich kreisförmig fortbewegen, verlieren sie an Feuchtigkeit. Die Folgen zeigen sich etwa in den Wüsten im Norden Chiles, in Namibia, in Zentralaustralien, in der Sahara, in einem Teil des Nahen Ostens und im Süden der USA. 
Weite Teile des 'Südkegels' in Südamerika sind bislang diesem Schicksal entgangen. Die fortschreitende Entwaldung gefährdet jedoch die natürliche Wasserzufuhr. Laut Nobre deuten darauf bereits die Wüstenbildung in Teilen des Bundesstaates Rio Grande do Sul im tiefen Süden Brasiliens hin. 
Auch die subtropischen Wälder im Süden Chinas bekamen bisher genug Wasser, da das Himalaja-Gebirge eine ähnliche Funktion erfüllt wie die Anden.  Jeder Wassertropfen enthält nach Erkenntnissen von Moss seine eigene DNA, die anzeigt, ob er aus dem Amazonas oder aus dem Meer stammt. Er habe versucht zu erforschen, auf welchen Wegen sich die Wolken bewegen und wieviel aus dem Amazonasgebiet kommender Regen in brasilianischen Städten niedergeht. 
Laut Moss wird in Brasilien im Durchschnitt eine jährliche Niederschlagsmenge von 13.400 Kubikkilometern registriert. In zentral gelegenen Städten wie der Hauptstadt Brasilia stammten etwa 30 Prozent des Regens aus den Amazonasgebieten, berichtete er. 
Die Wälder seien "Wasserpumpen", die die Winde stärker befeuchteten, als es die Ozeane könnten, erklärte Nobre. Die zahlreichen Blätter einer Pflanze vervielfachten die Oberflächen, auf denen Wasser verdunsten könne. Das Meer habe dagegen nur eine einzige Oberfläche.