Zu wenig Regen im 'Brotkorb der Welt'. Südamerika hat das Potenzial, die wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Biosprit zu bedienen.

 

Von Mario Osava

Rio de Janeiro, 30. Dezember (IPS) -  Problem ist nur, dass in den großen Anbaugebieten der Region - im zentralen Süden Brasiliens, im Norden Argentiniens und in Paraguay - die Niederschläge ausbleiben könnten. 
Mit jedem Hektar Regenwald, der durch Entwaldung verloren geht, wird ein Ökosystem geschwächt, das Wüstenbildung verhindert. Ohne diesen Schutz würde die Amazonasregion im Nordwesten, Norden und Zentrum Südamerikas das Schicksal der Sahara, eines Drittels Australiens sowie anderer Gebiete um den 30. nördlichen und südlichen Breitengrad teilen, sagte Antonio Nobre vom
Nationalen Brasilianischen Institut für Weltraumforschung (INPE). 
Den Waldschwund am Amazonas zu stoppen, sei längst überfällig, warnte Nobre. Das offizielle Ziel, den Holzschlag bis 2020 um 80 Prozent zu reduzieren, kritisierte er als ebenso unsinnig, als Lungenkrebskranker im Endstadion mit dem Rauchen aufzuhören. Um das Gleichgewicht im Urwald wieder herzustellen, müssten die betroffenen Gebiete nachhaltig - also nicht mit schnellwachsenden Eukalyptus- oder anderen Monokulturen - aufgeforstet werden. 
"Wir wissen nicht, ab welchem Punkt es kein Zurück mehr gibt", gab Nobre zu bedenken. Irgendwann lasse sich die Schädigung des Waldes nicht mehr umkehren. Land, das bisher durch Regen bewässert werde, verwandele sich dann in Wüste, sagte der Agronom, der 22 Jahre lang in der Region geforscht hat. 
'Fliegende Flüsse' bringen Regen