Über 70 Milliarden US-Dollar sollen bis 2015 in den Bau von Jagdflugzeugen und Atom-U-Boote fließen!


Während die Weltgemeinschaft in New York noch bis Ende Juli um die Verabschiedung eines neuen internationalen Vertrages über Waffenhandel ringt, hat Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff abseits großer Öffentlichkeit eine Förderinitiative für die heimische Rüstungsindustrie ins Rollen gebracht. Über 70 Milliarden US-Dollar sollen bis 2015 in den Bau von Jagdflugzeugen und Atom-U-Boote fließen, berichtete jüngst die argentinische Tageszeitung »Clarín« unter Bezugnahme auf brasilianische Regierungskreise. Die Steuer-Milliarden der aufstrebenden Regionalmacht sollen in Form von Subventionen, Steuererleichterungen, Niedrig-Kredite sowie über die Bildung von »strategischen nationalen Rüstungskonsortien« dazu verwendet werden, dass Brasilien vom Einkaufsland zum Netto-Exporteur von Waffen aufsteigt, so das Blatt aus dem Nachbarland.

 Wirtschaftsförderung am Zuckerhut

Hinter dem Programm steckt knallharte Wirtschaftsförderung. Ein im März verabschiedetet Gesetz Nr. 12.598 bevorzugt bei Ausschreibungen für Rüstungsaufträge explizit Unternehmen aus Brasilien. Auch ist, um in den Genuss der Milliarden-Vergünstigungen zu kommen, eine Aktienmehrheit brasilianischer Unternehmer Förderbedingung. Das heimische Business steht dafür längst in den Startlöchern. So hat sich Brasiliens Big Player Odebrecht, ein Mischkonzern im Bereich Chemie, Energie und Bauwirtschaft unter der Führung der deutschstämmigen Odebrecht-Familie, die Beteiligung am Bau von Brasiliens künftiger Atom-U-Boot-Flotte gesichert. 4,5 Milliarden US-Dollar kostet das erste Exemplar. Mit der Staatsfirma »Nuclebrás Equipamentos Pesados SA« (NUCLEP) für Atomkraftanlagen hat Odebrecht darum eine Beteiligung gegründet. Wie die Tageszeitung »O Globo« berichtet weckt dieses Geschäftsmodell auch bei anderen Großfirmen des Landes zunehmendes Interesse.