Offener Brief aus Santa Cruz. Santa Cruz, Mittwoch, 26.Januar 2011

Wir, Bewohnerinnen und Bewohner von Santa Cruz, Fischer, Hausfrauen, Arbeiter, Studenten, Arbeitslose, Jugendliche, Kinder und Rentner, Frauen und Männer aus Santa Cruz im Stadtgebiet von Rio de Janeiro leiden unter den negativen Impakten der Thyssenkrupp Companhia Siderúrgica do Atlântico, dies seit Beginn der Bauarbeiten im Jahre 2006. Seit damals haben verschiedene Gruppen und Organisationen innerhalb und außerhalb Brasiliens die von TKCSA begangenen sozialen, ökologischen und Menschenrechtsverbrechen sowie die Gesundheitsschädigungen der Bevölkerung angeprangert. Die Staatsanwaltschaft hat TKCSA wegen Luftverschmutzung in einer die Gesundheit der Menschen gefährdenden Weise angeklagt, hat festgestellt, dass es Unterschriftsfälschungen vermeintlicher Anwohner auf den öffentlichen Anhörungen zur Installation der TKCSA gegeben hat und hat Klage eingereicht, um die Firma und ihre zwei Direktoren wegen Umweltverbrechen zur Verantwortung zu ziehen. Entgegen der Faktenlage werden unwahre Diskurse geschaffen, aber wir begegnen diesen mit Gegenargumenten:

A) TKCSA würde Arbeitsplätze und Entwicklung bringen. CSA hat während der Bauphase Arbeitsplätze für zehntausend Personen geschaffen und für den laufenden Betrieb bei Vollast werden es nur 3.500 Arbeitsplätze sein. Die während der Bauphase benötigte Arbeitskraft wird nicht von dem Betrieb des Industriewerks aufgefangen. Eines der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen entwickelten internationalen Kriterien weist bis zu einen Arbeitsplatz je 200.000 investierten Reais (umgerechnet 87.580 EURO) aus. Jedoch wenn wir eine Investitionssumme von sieben Milliarden Reais (umgerechnet 3,06 Mrd EURO) zugrunde legen – und dabei alle von der Regierung gewährten Steuererleichterungen vernachlässigen – und dies in Beziehung setzen zu den 10.000 während der Bauphase geschaffenen sowie den 3.500 im Betrieb benötigten Arbeitsplätze, so errechnet sich für jeden Arbeitsplatz eine Investition von 500.000 Reais (umgerechnet 218.900 Euro). Also drei Mal mehr als die Referenzgröße für die Schaffung von Arbeitsplätzen.