»Was können wir also tun?«, fragt die Aktivistin Pinheiro in die Runde der wortkargen Männer.

Ozimár blickt schweigend auf den Boden. Ein Greis zerklatscht einen Moskito auf seinem Bein, aus einer Hütte dringt die alles vernebelnde Geschwätzigkeit einer Telenovela herüber. Pinheiro wischt sich den Schweiß aus dem Gesicht. »Gut«, sagt sie. »Ich hab ein paar Ideen mitgebracht.«

Sie schlägt vor, dass die Juruna gemeinsam mit den Arará, die auf der andern Uferseite siedeln, einen Brief schreiben an die Stammesbrüder von den Kayapó, in dem man sie um Unterstützung bittet. Außerdem, sagt sie, plane ihre Organisation eine Demonstration in Altamira, dann, wenn das Steuerungskomitee von Norte Energia tagt. Schließlich erwäge man eine Blockade der Transamazônica, auf Höhe eines Dorfes, in dem noch ein paar andere Juruna leben. Die Straße ist das Nadelöhr, durch das Norte Energia seine Bagger schleust. Das gebe gute Bilder, sagt Pinheiro, brennende Autoreifen, Kriegstänze, die internationale Presse werde kommen.

»Und?«, fragt sie.

Während Ozimár das Schreiben aufsetzt, steht Manoel Pereira Juruna im Schatten seiner Hütte und drischt mit der Machete auf den Kopf eines Tapirs ein, den sein Sohn bei der Jagd geschossen hat. Als Dorfältester wäre es seine Aufgabe, jetzt einen Rat auszusprechen, er müsste die Richtung weisen.

Warum ist er nicht bei den anderen?

Er könne nicht gut sitzen, murmelt er und langt in den offenen Kopf des Tieres.

»Neun Schuss!«, sagt er. »Für einen Tapir!«

Was hält er von dem Kraftwerk?

Er zuckt mit den Schultern.

»Wenn die Jungen wirklich in den Krieg wollen – von mir aus, sollen sie. Ich halte mich da raus.«