Rufato, der eine Stunde lang ohne Unterbrechung geredet hat, wird wortkarg. Er spricht von einem Kran, der die Indianerkanus über die Staumauer hieven könne. »Mal sehen«, sagt er, dann muss er los. Am Ende vermittelt er noch einen Helikopterrundflug, auf dem ein Mann von Norte Energia sagen wird, es gebe kein Problem mit den Indianern. Ozimárs Leute seien geschlossen für den Damm.

1985 endete die Militärdiktatur in Brasilien. Als drei Jahre später eine neue Verfassung geschrieben wurde, erstritten die sozialen Bewegungen, angeführt von Männern wie dem Bischof Kräutler oder dem späteren Präsidenten Lula, neue Rechte für die Indianer. Ausgehend von dem Gedanken, dass die Kultur der Indios als eigenständig anzusehen sei, gewährte man ihnen unter anderem das Recht, in den Gebieten ihrer Vorfahren zu siedeln. Um diese Gebiete wurden Grenzen gezogen, und wenn die Regierung diese Linien überschreiten will, etwa um einen Damm zu bauen, dann ist sie verpflichtet, die hinter der Grenze lebenden Indianer anzuhören.

Der Geist dieser Artikel sagt, dass die Betroffenen mit einbezogen werden sollen in eine Entscheidung.

Es war der Versuch, Unrecht wiedergutzumachen, abzuschließen mit den Massakern der Vergangenheit, mit den Mörderbanden der Kautschukbarone, die Hunderte von Indianerstämmen auslöschten oder als Sklaven in die Zivilisation zwangen.

Die Juruna zählten in der Mitte des 19. Jahrhunderts 500 Familien. 32 existieren heute noch. Nachdem die Militärregierung in den siebziger Jahren die Straße in den Dschungel schlagen ließ, um Amazonien zu besiedeln, zerrte man Ozimárs Vater als Arbeiter auf eine Rinderfarm. Ozimár, dessen Mutter eine Weiße war, spricht wie alle anderen in Paquiçamba die Sprache seines Volkes nicht. Er hat noch nie davon gehört, dass die Juruna aus dem Fluss entstanden sein sollen. Seine einzige Verbindung zur Vergangenheit ist die geheime Wissenschaft des Navigierens.

Paquiçamba, eine kleine Ansammlung von Holzhütten am Ufer des Flusses Xingu, ist aus dem Geist der neuen Zeit entstanden. Die Regierung gab den Indianern des Stammes der Juruna diesen Ort, um ihre Familien wieder zu vereinen, die seit dem Bau der Transamazônica zerstreut in der Großen Schleife siedelten. Sie gab ihnen ein eigenes, 10.000 Hektar großes Waldgebiet, ein paar neue Kanus, Fernseher, die von Solarzellen betrieben werden – und eine Grenze, die niemand übertreten darf.

»Was glaubt ihr eigentlich, was 5.000 Männer machen, deren Camp gleich hinter eurer Grenze liegt?«, fragt eine junge Frau namens Renata Pinheiro unter einem großen Mangobaum. Pinheiro trägt eine Brille und hat ihr langes Haar zu einem strengen Zopf gebunden. Sie arbeitet in Altamira für eine Organisation, die den Widerstand gegen das Kraftwerk koordiniert.

»Was glaubt ihr also, was sie tun?«