»Wo kriegen wir die her?«, fragt er.

Er breitet eine Karte aus.

»Hier«, sagt er und zieht mit dem Kuli eine Linie über den Grat, wo die großen Flüsse, die im Hochplateau von Mato Grosso ihre Quelle haben, in das Amazonastal hinunterkippen.

»Eine gigantische Batterie. Ein Potenzial, das unserem Volk gehört.«

Er lächelt. »Wasser«, fährt er fort, »ist billig. Es ist erneuerbar, grüne Energie. 80 Prozent unseres Stroms kommen aus dem Wasser, im Rest der Welt sind es gerade einmal 18.«

Rufato hat für alles eine Zahl, eine Karte oder eine Infografik. Immer wieder formt er die Natur nach seinen Vorstellungen. Plötzlich klopft sein Kumpel Walter Andrade an die Tür.

»Und«, fragt Andrade, »gehen wir heute Abend Cachaça trinken?«

»Ich trink nicht mehr«, sagt Rufato.

Andrade hat zuletzt die Sanitäranlage einer Dorfschule instand gesetzt, die gleich neben dem Pioniercamp liegt. Überall machen sie jetzt solche Dinge, sie bauen Krankenhäuser, Kläranlagen, sie heuern Köche an, die künftig 70.000 Essen zubereiten sollen, Betonmischer, Dachdecker, Sicherheitsleute. Sie bilden Sekretäre aus für die Bürgermeisterei von Altamira. »Die Regierung«, sagt Rufato, »ist hier nicht präsent. Wir machen ihren Job. Wir entwickeln die Region.«

Was ist mit den Indianern?