Lula untersagt Anbau von Zuckerrohr. 

Mit einem Dekret hat der brasilianische Präsident Luiz Inácio "Lula" da Silva gestern für einen Großteil des nationalen Territoriums den Anbau von Zuckerrohr untersagt. Damit sollen die ökologisch anfälligen Gebiete des Amazonas, das Pantanal und des Oberen Paraguay besser geschützt werden. Zu den wichtigsten Normen gehört, dass der Zuckerrohranbau fortan nicht mehr ausschließlich durch künstliche Bewässerung und nur noch in bereits für die Landwirtschaft erschlossenen Gegenden erfolgen darf. Durch diese und andere Direktiven summieren sich die für die Zuckerrohrproduktion ausgeschlossenen Gebiete auf 81,5 Prozent der Landesfläche. Werden die für den Anbau von Zuckerrohr ungeeigneten Landstriche noch abzogen, verbleiben circa 7,5 Prozent des nationalen Territoriums für die Produktion der Pflanze. Das Dekret wird von Umweltverbänden mehrheitlich positiv aufgenommen. Offen bleibt, ob eine ähnliche Gesetzesinitiative auch für den Sojaanbau vorgesehen ist. Denn derzeit erfolgt der Zuckerrohranbau auf 8,89 Millionen Hektar (etwa 1 Prozent des Landesterritoriums), der Sojaanbau jedoch auf 20,57 Millionen Hektar.